tanz zur tragödie

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VON SYLLOGOS RODI (Verein Granatapfel)

MIT Elena Mpintsis (Idee, Schauspiel), Lida Doumouliaka (Gesang), Ioanna Seira (Cello), Christian Vandersee (Violine, Baglama), Jorgos Stergiou (Bouzouki, Oud, Musikalische Leitung)
TEXT Boni Koller
OEIL EXTERIEUR Nicole Knuth
PRODUKTIONSLEITUNG Ursula Kubiceck

+++ Die Sängerin Lida Doumoulika ist leider kurzfristig erkrankt und kann deshalb nicht auftreten. Die Aufführungen finden dennoch statt, ihr Part wird vom Ensemble übernommen +++

 

Im Schatten historischer Ereignisse begleiten wir die Protagonistin Sofia durch die Zeit und Generationen: als Vertriebene nach der Kleinasiatischen Katastrophe in Smyrna 1922, als Geduldete in Piräus, als Gastarbeiterin und als junge, weltoffene Künstlerin, die ihren Träumen folgt. Dabei erkunden wir die migrantische Seele und den Schmerz einer entwurzelten Familie. Im Rembetiko, der Musik, die aus der Verschmelzung multikultureller und multiethnischer Einflüsse an der Anatolischen Küste entstand, findet sie eine klangvolle Heimat für ihre Gedanken und Hoffnungen.

Das musikalische Theaterstück ist eine Liebeserklärung ans «Rebetiko», die Musik der Subkultur griechischer Elendsviertel nach dem Massaker von Smyrna (1922), die zur Identität des Landes und 2017 sogar Weltkulturerbe wurde. Es nimmt Bezug zum Vertrag von Lausanne, unterzeichnet 1923, der, den griechisch-türkischen Bevölkerungsaustausch regelnd, ethnische Säuberungen legitimierte. Millionen Menschen wurden vertrieben. 2023 ist die Ägäis immer noch Brennpunkt von Flucht, Leid und Sterben. Diese Aktualität vor Augen, geht es ums Fremdsein, unerwünscht in einer Umgebung, die man sich nicht freiwillig ausgesucht hat.

Mit freundlicher Unterstützung von Kanton Zürich, Fachstelle Kultur, Ernst Göhner Stiftung, Stiftung Menschenbild, Migros Kulturprozent, Konzeptbüro Rote Fabrik, Kulturförderung Winterthur

Hier die Kritik von Thierry Frochaux (P.S.)

©Fotos: Renate Wernli